A Männer und Frauen in Wien

Resümee

In der Veränderung der soziodemografischen Bevölkerungsstruktur und der Lebens- und Familienformen spiegeln sich die Veränderungen der Gesellschaft wider.

Unterschiedliche Lebenssituationen und Lebensformen von Frauen und Männern

Demografische Grunddaten zur Wiener Bevölkerung verdeutlichen, dass Frauen wie auch Männer keineswegs homogene Gruppen darstellen. Differenzierungen nach Alter, Herkunft, Bildung, sozioökonomischem Status sowie Haushalts- und Familienformen zeigen eine Vielfalt von Lebenssituationen und Lebensformen, die sich bei Frauen und Männern in unterschiedlichen Verteilungen niederschlagen:

  • Frauen weisen eine höhere Altersstruktur auf als Männer, was konkret bedeutet, dass 19% der Frauen und 14% der Männer über 64 Jahre alt sind.
  • Der Anteil von Menschen mit ausländischer Herkunft ist bei Frauen tendenziell geringer, vor allem mit Herkunft aus außereuropäischen Ländern (mit ausländischer Herkunft: Frauen 38%; Männer 39%).
  • Frauen haben einen höheren Anteil an Niedrigqualifizierten: 28% der Frauen weisen maximal einen Pflichtschulabschluss auf, bei den Männern sind es 21%.
  • Entsprechend den PflegegeldbezieherInnen weisen mehr Frauen einen Pflegebedarf auf als Männer, nämlich 6% der Frauen und 3% der Männer. Bei begünstigt behinderten Personen, also Menschen, für die aufgrund gesundheitlicher Einschränkung ein Arbeitsschutz besteht, ist die Zahl der Männer hingegen größer als jene der Frauen.
  • Frauen leben häufiger in Ein-Personen-Haushalten (12% der Frauen und 10% der Männer) sowie in Ein-Eltern-Haushalten (10% der Frauen und 3% der Männer) und sind auch öfter in Anstaltshaushalten verzeichnet (2,2% der Frauen und 1,8% der Männer).
  • Frauen leben häufiger ohne (Ehe-)PartnerIn, aber öfter mit Kindern: 39% der Frauen und 34% der Männer sind mit Kindern im gemeinsamen Haushalt verzeichnet.

Die sozioökonomischen Merkmale verweisen auf unterschiedliche Lebensbedingungen und -chancen von Frauen und Männern

Die unterschiedliche sozioökonomische Verteilung von Frauen und Männern weist bereits auf die unterschiedlichen Zugangschancen zu Beschäftigung und Einkommen hin. Der Anteil der Erwerbstätigen, die in Wien wohnen oder nach Wien einpendeln, ist bei Frauen mit 61% geringer als bei Männern (66%). Die ungleiche Struktur der Erwerbstätigen und der Wohnbevölkerung verweist aber ebenso darauf, dass der Zugang zu Erwerbstätigkeit nach sozioökonomischen Merkmalen unterschiedlich verteilt ist: Eine geringere Erwerbsbeteiligung weisen vor allem ältere Frauen, Frauen mit türkischer Herkunft und Frauen mit niedriger oder mittlerer Ausbildung auf.

In vielen Aspekten, nicht nur beim Einkommen, sind die Zugangschancen stärker durch die Geburtskohorte, das Bildungsniveau, soziale und regionale Herkunft, Familienformen oder rechtliche Zugangsmöglichkeiten geprägt als durch das Geschlecht. Dennoch bleibt Geschlecht als eine übergeordnete Strukturkategorie bestehen, die entscheidenden Einfluss darauf hat, wie sich Alter, Herkunft, unterschiedliche Familienkonstellationen oder Bildung auf soziale, politische oder ökonomische Zugangschancen, wie Finanz-, Zeit- und Raumressourcen oder auf gesellschaftliche Anerkennung auswirken. Wieweit sozioökonomische Merkmale Gleichstellungsziele beeinflussen, wird punktuell in den weiteren Themen des Gleichstellungsmonitors behandelt; im Gleichstellungsmonitor 2016 wird der Fokus auf Frauen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund gelegt.

Frauen als statistische Mehrheit, stellen eine politische Minderheit dar

In Wien stellen Frauen mit 51% mehr als die Hälfte der Bevölkerung, wodurch sie die statistische Mehrheit der Wohnbevölkerung bilden; das Geschlechterverhältnis unterscheidet sich aber wesentlich in verschiedenen Subgruppen. Die leichte Überzahl an Buben in den Kinderjahren gleicht sich im Erwerbsalter aus und wandelt sich zu einem Frauenüberschuss in der älteren Bevölkerung (ab 60+). Frauen stellen aber auch eine deutliche Mehrheit unter Personen mit maximal Pflichtschulabschluss und PflegegeldbezieherInnen. Männer sind hingegen bei Erwerbstätigen und PendlerInnen sowie bei begünstigt behinderten Menschen und Personen mit höheren Bildungsabschlüssen in der Überzahl. Die frauendominierten und männerdominierten Subgruppen haben einen je unterschiedlichen Einfluss auf die Politik, sind aber auch in verschiedener Weise von der Politik betroffen.

Insbesondere ältere Frauen sind in den medialen Bildern und der Berichterstattung unterrepräsentiert und haben beispielsweise in den politischen Diskussionen zur Alterssicherung noch nicht das faktische Gewicht, das ihnen aufgrund des Geschlechterverhältnisses der betroffenen Bevölkerung zukommen würde. Im Pensionsalter dominieren Frauen: Bei den über 65-Jährigen stehen 1.000 Frauen 691 Männer gegenüber, bei den über 75-Jährigen sind dies nur noch 556 Männer, bei den über 85-Jährigen 377 Männer. Pensionsbestimmungen sind jedoch auf die männliche Norm von durchgehender Vollzeiterwerbstätigkeit ausgerichtet. Diskontinuierliche Berufsverläufe und Teilzeitbeschäftigung, die für Frauen typisch sind, können kaum eine ausreichende Alterssicherung gewährleisten. Auch die Pflegevorsorge von Älteren ist an typisch männlichen Mustern orientiert. Sie baut ganz wesentlich auf die Pflege durch nicht erwerbstätige Verwandte – meist die Partnerin oder Töchter – auf, die sich zeitintensiv und längerfristig um pflegebedürftige Ältere kümmern können.

Anmerkung 1

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