D Bezahlte und unbezahlte Arbeit

Indikator

D6

Erwerbsbeteiligung

Gleichstellungsziel 2

Gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit

Im Jahr 2014 sind knapp 760.000 Personen der Wiener Bevölkerung im Erwerbsalter (Frauen 15 bis 59 Jahre, Männer 15 bis 64 Jahre) erwerbstätig, 367.000 Frauen und 391.000 Männer. Damit unterscheidet sich die Erwerbstätigenquote zwischen Frauen mit 61% und Männern mit 66% weniger stark als im Österreichschnitt (10%-Punkte). Bei Männern ist Nichterwerbstätigkeit häufiger durch Arbeitslosigkeit oder Pension begründet als bei Frauen. Umgekehrt sind Frauen häufiger in Pension oder aus sonstigen Gründen nicht erwerbstätig.

Gegenüber 2011 ist bei Frauen der Anteil der Erwerbstätigen leicht gestiegen, bei Männern tendenziell gesunken. Zusätzlich ist der Anteil der Personen, die arbeitsuchend sind, bei Frauen von 6% auf 8% gestiegen, bei Männern von 8% auf 10%. Dagegen ist der Anteil von PensionistInnen bei Frauen und sogar noch stärker bei Männern gesunken.

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern variiert nach Alter, Bildung, Her-kunft, Familienstand, wie dies in Indikator A4 Erwerbsbevölkerung sichtbar und im Wiener Gleichstellungsmonitor 2013 näher beleuchtet wird. In der altersdifferenzierten Betrachtung der Erwerbstätigenquote ist die Erwerbsbeteiligung der Frauen selbst in der sogenannten Familienphase zwischen 25 und 44 Jahren, in der Frauen am häufigsten von Kinderbetreuungspflichten betroffen sind, näher an jene von Männern herangerückt (zwischen 25 und 29 Jahren sowie zwischen 40 und 44 Jahren bei 4%-Punkten und zwischen 30 und 39 Jahren bei 6%-Punkten). Die Differenz der Erwerbstätigenquote zwischen Frauen und Männern erhöht sich, wenn Frauen und Männer in Karenz abgezogen werden: nämlich auf rund 13%-Punkte im Alter zwischen 30 und 34 Jahren sowie 11%-Punkte zwischen 35 und 39 Jahren, was sich durch die längeren Karenzzeiten von Frauen ergibt . Werden nur Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt, so steigt die Geschlechterdifferenz der Erwerbsbeteiligung bei den 30- bis 34-Jährigen auf 28%-Punkte, bei den 35- bis 39-Jährigen auf 25%-Punkte.

Erwerbsbeteiligung – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund

Frauen mit Migrationshintergrund Drittstaat weisen entsprechend den Ergebnissen des Frauenbarometers 2015 mit einer Erwerbstätigenquote von 52% eine geringere Erwerbsbeteiligung als Frauen mit Migrationshintergrund EU (66%) und vor allem als Frauen ohne Migrationshintergrund (74%) auf. Sie unterscheiden sich entsprechend ihrem Erwerbsstatus in zweierlei Hinsicht von den beiden anderen Gruppen: Da sie durchschnittlich etwas jünger sind als die Wienerinnen ohne Migrationshintergrund, weisen zum einen sie einen höheren Anteil von Schülerinnen oder Studierenden auf. Zum anderen ist ein größerer Anteil weder erwerbstätig, arbeitslos noch in Ausbildung. Wenn sie erwerbstätig sind, sind sie in einem etwas höheren Ausmaß teilzeitbeschäftigt (Teilzeitquote: ohne MH 50%, MH EU/EFTA 43%, MH Drittstaat 54%). Damit ist der Anteil der vollzeitbeschäftigen Wienerinnen mit Migrationshintergrund Drittstaat fast um die Hälfte geringer als bei Frauen ohne Migrationshintergrund. Dieser signifikante Unterschied bleibt auch bei Frauen mit und ohne befristeten Aufenthaltsstatus, unterschiedlichen Altersgruppen und Zuwanderungsgenerationen, mit und ohne Kinder sowie mit geringeren oder höherem formalem Bildungsabschluss bestehen (Zandonella, Larcher 2015).

Gleichstellungsziel 2

Gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit

Anmerkung 1

Für die Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen Erwachsenen wird eine fiktive Betreuungsquote errechnet, die die Zahl der NutzerInnen mit der Wiener Wohnbevölkerung in Beziehung setzt. Mangels Daten hinsichtlich der Zahl der pflegebedürftigen Erwachsenen wird dafür die Altersgruppe 75plus als zentrale Zielgruppe der Leistungen verwendet.