E Freizeit und Sport

Gleichstellungsziele

  • 1Erhöhung der Freizeit von Frauen durch Umverteilung von unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern
  • 2Ausbau des Angebots der Freizeitinfrastruktur, die den unterschiedlichen Bedürfnissen von Frauen und Männern gerecht wird (z.B. Kinderbetreuung, Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel)
  • 3Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Interessen und Rahmenbedingungen bei der Freizeitgestaltung
  • 4Erhöhung des Frauenanteils in Leitungsfunktionen im Bereich Freizeit und Sport
  • 5Berücksichtigung von Gender-Kriterien bei der Vergabe von Fördermitteln im Freizeitbereich, insbesondere im Sport

Da Freizeitaktivitäten oft nicht eindeutig von anderen Tätigkeiten abgrenzbar sind, ist der Bereich Freizeit empirisch generell schwierig zu erfassen. Aufschluss geben Zeitverwendungserhebungen, die in Österreich jedoch nur in sehr langen Zeitabständen durchgeführt werden (zuletzt 2008/2009). Im Gleichstellungsmonitor 2016 kann allerdings auf Basis des Frauenbarometers 2015 das Ausmaß von Freizeit (E1) von Frauen mit Migrationshintergrund näher beleuchtet werden. Für ausgewählte Bereiche liegen Informationen über die Nutzung von Freizeitangeboten von Frauen und Männern vor, wie hinsichtlich der Nutzung von Kultur- und Sportangeboten (E4), von ausgewählten institutionellen Freizeitangeboten (E5) sowie in Hinblick auf die Ausübung von sportlichen Aktivitäten (E6) im Allgemeinen. Doch gibt es keine standardisierte Erfassung von Rahmenbedingungen der Nutzung (wie z.B. Kinderbetreuung vor Ort und Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel), die es erlauben würden, geschlechtsspezifische Zugangsbarrieren zu bestehenden Angeboten systematisch zu analysieren. Indirekt kann die Zufriedenheit unter WienerInnen mit Freizeitangeboten und -infrastruktur einen entsprechenden Einblick gewähren. Hinsichtlich der Zufriedenheit mit wohnraumnahen Sportangeboten (E7) liegen jedoch keine aktualisierten Daten vor. E3 bildet dagegen die Zufriedenheit von Frauen mit Migrationshintergrund mit den sozialen Kontakten in der Freizeit ab. Die stärkere Partizipation von Frauen in Leitungsfunktionen von Freizeitvereinen kann zu einer stärkeren Berücksichtigung von Gender-Kriterien bei der Vergabe von Förderungen sowie bei der Schaffung von Infrastruktur und Angeboten beitragen und wird in E8 Leitungsfunktionen in Freizeitvereinen, die von der Stadt Wien gefördert werden, E9 Leitungsfunktionen in Sportverbänden sowie E10 Leitungsfunktionen in SeniorInnenverbänden thematisiert. Als Annäherung für die Berücksichtigung von Gender-Kriterien bei der Vergabe von Fördermitteln, die datenmäßig in Österreich nicht systematisiert erfasst werden, wird der Frauenanteil unter WienerInnen, die auf individueller Ebene von der Sporthilfe (E11) gefördert werden, dargestellt. Die durchschnittlichen Ausgaben von Einzelhaushalten für Freizeit, Sport und Hobby werden in E2 dargestellt.