E Freizeit und Sport

Indikator

E1

Freizeit

Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund

Gleichstellungsziel 1

Mehr Freizeit für Frauen

Wie im Gleichstellungsmonitor 2013 auf Basis der Zeitverwendungserhebung 2008/09 dargestellt wurde, haben Wienerinnen mit durchschnittlich 3,5 Stunden pro Tag rund eine halbe Stunde weniger Freizeit als Wiener. Die Zeitverwendungserhebung wird in Österreich nur in sehr langen Zeitabständen durchgeführt, weshalb eine Aktualisierung der Daten fehlt.

Ergebnisse des Wiener Frauenbarometers (2015) zeigen jedoch, dass sich das Freizeitausmaß der Wienerinnen über die Zeit kaum verändert hat. Insgesamt haben Wienerinnen im Schnitt rund drei Stunden an einem durchschnittlichen Wochentag und fünfeinhalb Stunden an einem durchschnittlichen Wochenende Zeit zu ihrer freien Verfügung. Sowohl unter der Woche als auch am Wochenende haben Wienerinnen mit Migrationshintergrund weniger Zeit frei verfügbar, vor allem jene mit Migrationshintergrund Drittstaat. Besonders deutlich unterscheiden sie sich an Wochentagen, an denen das Freizeitausmaß von Wienerinnen ohne Migrationshintergrund, im Vergleich zu Wienerinnen mit Migrationshintergrund Drittstaat, um rund ein Fünftel höher liegt. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Wienerinnen mit Migrationshintergrund Drittstaat häufiger in Haushalten mit mehreren Kindern leben und dabei vermehrt für unbezahlte Arbeit zuständig sind.

Erwartungsgemäß wird die frei verfügbare Zeit daher vor allem durch die Berufstätigkeit und Kinder verringert, wobei erwerbstätige Frauen mit Kindern – mit im Schnitt 96 Minuten an einem durchschnittlichen Wochentag und 192 Minuten an einem durchschnittlichen Wochenende – die geringste Zeit zu ihrer freien Verfügung haben. Wienerinnen ohne Migrationshintergrund mit Kindern weisen das geringste Freizeitausmaß auf. Unter der Woche liegt dies vor allem an der höheren Erwerbsbeteiligung von Wienerinnen ohne Migrationshintergrund im Vergleich zu Wienerinnen mit Migrationshintergrund EU-Staat sowie Drittstaat. [Anm.1]

Während bei Wienerinnen ohne Migrationshintergrund und Migrationshintergrund EU-Staat das Freizeitausmaß durch Berufstätigkeit auch am Wochenende deutlich geringer ausfällt, erweist sich diese bei Wienerinnen mit Migrationshintergrund Drittstaat als geringerer Einflussfaktor – jedoch ausgehend von einem bereits generell deutlich niedrigeren Freizeitausmaß.

Gleichstellungsziel 1

Mehr Freizeit für Frauen

Anmerkung 1

Die Erwerbsquote der Wienerinnen ohne Migrationshintergrund beträgt 74%, jene der Wienerinnen mit Migrationshintergrund EU-Staat und der Wienerinnen mit Migrationshintergrund Drittstaat 66% und 52%. Zudem sind 54% Wienerinnen mit Migrationshintergrund Drittstaat häufiger in Teilzeit erwerbstätig als Wienerinnen mit Migrationshintergrund EU-Staat (43%) und als Wienerinnen ohne Migrationshintergrund (39%) (vgl. Zandonella/Larcher 2015, S. 44ff.)