G Einkommen

Indikator

G2

Gender Pay Gap

Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund

Gleichstellungsziel 1

Abbau der Einkommensunterschiede

Frauen in Wien verdienen im Schnitt einen Bruttostundenlohn von Euro 13,28, Männer von Euro 15,53 ( Medianwerte 2014). Der Gender Pay Gap beträgt 14%, d.h., unselbstständig erwerbstätige Frauen verdienen im Schnitt nur 86% des Medianlohnes von Männern. Bei zusätzlicher Berücksichtigung von Mehr- und Überstunden steigt der Gender Pay Gap auf 15%, da Männer mehr Überstunden leisten.

Werden Angestellte und ArbeiterInnen separat betrachtet, so ist der Gender Pay Gap dieser Gruppen höher als insgesamt: Arbeiterinnen erreichen im Schnitt einen Bruttostundenlohn von Euro 8,67, Arbeiter Euro 11,90; d.h., unter ArbeiterInnen besteht ein Gender Pay Gap von 27%. Bei Angestellten liegt der Bruttostundenlohn höher, und so erreichen Frauen im Mittel Euro 15,23 und Männer Euro 19,93 mit einem Unterschied von 24%. Bei geringfügig Beschäftigten besteht kein Geschlechterunterschied bei den Löhnen.

Werden nur Vollzeitbeschäftigte betrachtet, so erhöht sich der Medianwert der Bruttostundenlöhne bei Frauen etwas stärker (Euro 14,57 ) als bei Männern (Euro 16,81). Dementsprechend sinkt der Gender Pay Gap auf 13%. Stark abweichend verhält sich hingegen der Gender Pay Gap bei Teilzeitbeschäftigten. Ihr Medianstundenlohn ist deutlich geringer als jener der Vollzeitbeschäftigten, und die Löhne der Männer fallen niedriger aus als jene der Frauen (Frauen Euro 11,91, Männer Euro 10,89).

Der Gender Pay Gap ist in Wien zwischen 2010 und 2014 um 2%-Punkte gesunken. Dies ist insbesondere auf die Verringerung des Einkommensunterschieds bei ArbeiterInnen und Vollzeitbeschäftigten zurückzuführen, während er bei Angestellten um 1% gestiegen ist. Hinsichtlich des Arbeitszeitausmaßes ist der Gender Pay Gap bei Vollzeitbeschäftigten gesunken, bei Teilzeitbeschäftigten zugunsten der Frauen weiter gestiegen und bei den geringfügig Beschäftigten verschwunden (0%).

Differenziert man die Einkommen von unselbstständig erwerbstätigen Frauen auf Basis der Verdienststrukturanalyse 2014 nach ihrer StaatsbürgerInnenschaft, so unterscheiden sich sowohl die Höhe der Stundenlöhne und der Gender Pay Gap deutlich voneinander. Der Bruttostundenlohn von Nicht-Österreicherinnen ist im Schnitt um 32% niedriger als von Österreicherinnen, von Nicht-Österreichern um 30% niedriger als von Österreichern. Mehr als die Hälfte der unselbstständig erwerbstätigen Frauen ohne österreichische StaatsbürgerInnenschaft verdient weniger als Euro 10,- brutto pro Stunde. Dies ist im Mittel um rund Euro 2,- weniger als bei ausländischen Männern und um knapp Euro 5,- weniger als bei ÖsterreicherInnen. Der Gender Pay Gap fällt damit bei unselbstständig Erwerbstätigen ohne österreichische StaatsbürgerInnenschaft mit 19% etwas höher aus als bei ÖsterreicherInnen (16%).

Im Wiener Frauenbarometer 2015 wurden erwerbstätige Frauen mit Migrationshintergrund auch zu ihrer Einkommenssituation befragt, damit sind Einkommensunterschiede zwischen Frauen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund einschätzbar. Entsprechend den Befragungsergebnissen verdient rund ein Drittel der Befragten weniger als Euro 1.100,- monatlich (netto) [Anm.3] . Dieser Anteil ist bei Frauen ohne Migrationshintergrund und Migrationshintergrund EU ähnlich hoch. Höher fällt der Anteil hingegen bei Frauen mit Migrationshintergrund Drittstaat aus; sie verdienen also gegenüber den anderen Gruppen deutlich weniger.

Werden die Befragungsergebnisse zum persönlichen Nettoeinkommen von Frauen mit Migrationshintergrund aus dem Frauenbarometer 2015 nach Vollzeit und Teilzeit differenziert, können zum einen Rückschlüsse über Einkommen der nur Vollzeitbeschäftigten und damit arbeitszeitbereinigte Einkommensunterschiede getroffen werden, und kann zum anderen die Gruppe der teilzeitbeschäftigten „Zuverdienerinnen“ spezifisch betrachtet werden. Der Anteil der vollzeitbeschäftigten Frauen, die monatlich weniger als Euro 1.100,- verdienen, variiert nach Herkunft zwischen 23% bei Frauen mit Migrationshintergrund Drittstaat und 11% bei Frauen mit Migrationshintergrund EU. Bei Wienerinnen ohne Migrationshintergrund liegt der Anteil mit 14% dazwischen.

Bei Teilzeitbeschäftigten zeigt sich ein ähnliches Muster, indem der Anteil der Wienerinnen ohne Migrationshintergrund wiederum zwischen den Frauen aus EU-Ländern und Drittstaat liegt. Die Unterschiede fallen nun aber geringer aus: So verdienen knapp die Hälfte der Frauen mit Migrationshintergrund EU und knapp zwei Drittel mit Migrationshintergrund Drittstaat weniger als Euro 1.100,- monatlich.

Gleichstellungsziel 1

Abbau der Einkommensunterschiede

Anmerkung 3

Die Ergebnisse der Befragung, in der die Frauen gebeten wurden, sich entsprechend ihrem monatlichen Nettoeinkommen vorgegebenen Kategorien zuzuordnen, weisen gegenüber den Einkommen aus Verwaltungsdaten ein niedrigeres Einkommen aus. Gemäß der Lohnsteuerstatistik verdienen 40% der unselbstständig erwerbstätigen Frauen weniger als Euro 979,- und 50% weniger als Euro 1.163,-. Bei selbstständig Erwerbstätigen fällt der Anteil mit niedrigeren Einkommen noch höher aus.