H Armut und Soziale Sicherheit

Indikator

H1

Armutsgefährdung

Gleichstellungsziel 1

Verringerung der Frauenarmut

Armut wird nicht individuell bewertet, sondern nach dem Lebensstandard des Haushalts. Dementsprechend können Unterschiede in der Armutsgefährdung zwischen Frauen und Männern nur für allein lebende Frauen und Männer angegeben werden. Von allein lebenden Personen in Haushalten ohne Pension sind 2015 27% der Frauen und 26% der Männer armutsgefährdet.

Insgesamt leben 2015 19% der Wiener Bevölkerung in Haushalten, die als armutsgefährdet gelten, d.h., denen weniger als 60% des Medianeinkommens zur Verfügung stehen. [Anm.1] Bei Erwachsenen (ab 19 Jahren) fällt die Armutsgefährdung von Männern mit 20% etwas höher aus als bei Frauen (19%). Dieser Geschlechterunterschied ist wesentlich durch die Armutsbetroffenheit unterschiedlicher Haushaltskonstellationen bestimmt, in denen Frauen und Männern leben: Familien mit Kindern sind besonders stark armutsgefährdet. Zwei Fünftel der Familien mit drei und mehr Kindern und knapp ein Viertel der Familien mit zwei Kindern sind armutsgefährdet. Unter Ein-Eltern-Haushalten, die vorrangig Alleinerzieherinnen betreffen , sind 34% von Armut gefährdet. Die insgesamt höhere Armutsgefährdung von Männern ergibt sich aus ihrem relativ hohen Anteil allein lebender Männern mit höherem Armutsrisiko.

Noch deutlicher zeigt sich das Armutsrisiko von Frauen, wenn Haushalte nach dem Geschlecht der Hauptverdienenden, d.h., jener Person, die den höchsten Anteil zum Haushaltseinkommen beiträgt, differenziert werden. In 39% der Wiener Haushalte erbringt eine Frau den größten oder alleinigen Anteil zum Haushaltseinkommen. Mehr als ein Drittel davon machen allein lebende Frauen aus, ein Zehntel Alleinerzieherinnen. 21% der Haushalte mit einer Hauptverdienerin sowie 19% der Haushalte mit einem Hauptverdiener weisen eine Armutsgefährdung auf.

Zwischen 2011/12 und 2015 ist die Armutsgefährdung der Wiener Haushalte von 22% auf 19% gesunken, wobei sich nur wenig Veränderung bei den Geschlechterunterschieden zeigt. Der Anteil der Frauen über 19 Jahre, die in armutsgefährdeten Haushalten leben, ist von 20% auf 19% gesunken, während er bei Männern leicht gestiegen ist. Etwas stärker zeigt sich der Rückgang der Armutsgefährdung bei Haushalten mit einer Hauptverdienerin. Dies betrifft vor allem Ein-Eltern-Haushalte mit mehrheitlich Müttern mit Kindern, derer Anteil der Armutsfährdung sich von 44% auf 34% verringert hat. Bei allein lebenden Frauen ist die Armutsgefährdung um 1%-Punkt gestiegen, jene der Männer leicht gesunken. Anders als im Fall der Gesamtbetroffenheit von Armut ist bei allein lebenden Personen das Armutsrisiko von Frauen tendenziell gestiegen.

Gleichstellungsziel 1

Verringerung der Frauenarmut

Anmerkung 1

Laut EU-SILC 2015 liegt die Armutsgefährdungsschwelle bei rund Euro 13.956 (netto) pro Jahr bzw. Euro 1.163,- pro Monat für einen Einpersonenhaushalt.