H Armut und Soziale Sicherheit

Indikator

H2

Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung

Zielgruppe Europa 2020

Gleichstellungsziel 1

Verringerung der Frauenarmut

Mit dem Indikator Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung Europa 2020 werden ausgaben- und einkommensorientierte Armutskonzepte kombiniert und Armut damit in ihren unterschiedlichen Dimensionen berücksichtigt. Neben Personen, die in Indikator H1 als armutsgefährdet gelten, sind mit der Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung auch Personen als gefährdet definiert, die von finanzieller Deprivation oder geringer Erwerbstätigkeit betroffen sind.

Von finanzieller Deprivation, d.h., Gefährdung der Leistbarkeit von Grundbedürfnissen und unerwarteten, notwendigen Ausgaben, sind Frauen und Männer insgesamt mit rund 20% gleichermaßen betroffen. Frauen weisen vor allem in den höheren Altersgruppen ein stärkeres Deprivationsrisiko auf als Männer. Werden Haushalte wiederum nach dem Geschlecht der Hauptverdienerin bzw. des Hauptverdieners unterschieden, so zeigt sich eine stärkere Deprivationsgefährdung von Frauen: 23% der k Haushalte mit einer Hauptverdienerin können sich Grundbedürfnisse oder unerwartete, notwendige Ausgaben nicht leisten; bei Haushalten mit einem Hauptverdiener liegt dieser Anteil bei 19%.

Geringe Erwerbsintensität ist dann gegeben, wenn alle Haushaltsmitglieder im erwerbstätigen Alter gemeinsam insgesamt weniger als 20% des Erwerbspotenzials ausschöpfen. Frauen sind annähernd gleich von einer geringen Erwerbsintensität (im Haushalt) betroffen als Männer (11% Frauen zu 10% Männer).

In Wien zählen mit dem EU-Indikator rund 440.000 armuts- und ausgrenzungsgefährdete Personen zur Zielgruppe für Europa 2020. Dies betrifft rund 107.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre und jeweils rund 220.000 Männer und Frauen. Somit leben 25% der Wiener Frauen und 26% der Wiener Männer in Haushalten, die als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet gelten. Haushalte mit weiblichen Hauptverdienenden sind mit 27% stärker armuts- und ausgrenzungsgefährdet als Haushalte mit männlichen Hauptverdienenden (25%).

Gegenüber dem Jahr 2012 hat sich die Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung von Männern erhöht. Dies betrifft sowohl insgesamt Männer in gefährdeten Haushalten (+ 4 %-Punkte), wie auch Haushalte mit männlichen Hauptverdienenden (+ 2%-Punkte). Der Anteil der gefährdeten Frauen ist hingegen annähernd gleich geblieben und der Haushalte mit einer Hauptverdienerin deutlich gesunken. Während der Anteil der von Armut betroffenen Haushalte nach einkommensseitiger Definition (Armutsgefährdung und geringe Erwerbstätigkeit) ziemlich konstant geblieben ist, ist der Anteil der Haushalte, deren Grundbedürfnisse gefährdet sind, gestiegen – und zwar bei Frauen und Männern gleichermaßen.

Gleichstellungsziel 1

Verringerung der Frauenarmut

Anmerkung 1

Laut EU-SILC 2015 liegt die Armutsgefährdungsschwelle bei rund Euro 13.956 (netto) pro Jahr bzw. Euro 1.163,- pro Monat für einen Einpersonenhaushalt.