H Armut und Soziale Sicherheit

Indikator

H5

Bedarfsorientierte Mindestsicherung

Gleichstellungsziel 3

Zugang zu Sozialleistungen für Frauen

Im Jahr 2015 beziehen in Wien rund 181.000 Menschen eine Leistung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung (BMS), der Frauenanteil der BezieherInnen liegt bei 50%. Der Frauenanteil ist vor allem bei den über 60-Jährigen höher (58%), während er bei Frauen im Alter bis 29 Jahre sowie zwischen 45 und 59 Jahren unter 50% liegt. Der Großteil der Leistungen der BMS (77%) sind Ergänzungsleistungen zu einem Einkommen aus Erwerbstätigkeit oder Sozialleistungen. 10% der BMS sind Vollbezugs-leistungen, gehen also an Personen ohne Einkommen. Jeweils 6% der BMS-Leistungen werden als Dauerleistungen an arbeitsunfähige Personen sowie Personen im Pensionsalter ausbezahlt. Frauen beziehen seltener eine Vollbezugsleistung; der Frauenanteil liegt bei 40%.

Die BMS wird an Bedarfsgemeinschaften ausbezahlt, womit der Anspruch abhängig vom Gesamteinkommen dieser Bedarfsgemeinschaft ist. [Anm.3] Von den rund 102.000 unterstützten Bedarfsgemeinschaften sind 41% „Frauenbedarfsgemeinschaften“, d.h., alleinunterstützte Frauen (27%) und Alleinerzieherinnen (14%). 39% machen „Männerbedarfsgemeinschaften“ aus, wobei Alleinerzieher kaum ins Gewicht fallen. Nur 20% entfallen auf Ehepaare oder Lebensgemeinschaften, jeweils großteils mit Kindern.

Gemessen an der Wiener Bevölkerung leben 10% der WienerInnen in Haushalten oder Bedarfsgemeinschaften, die eine Mindestsicherung beziehen. Die Bezugsquote beträgt bei Jugendlichen bis 18 Jahre 17%, bei Männern 9% und bei Frauen 7%. Die Bezugsquote der BMS variiert erheblich nach Familienkonstellationen: [Anm.4] Die höchste Bezugsquote weisen alleinunterstützte Männer mit 23% auf, gefolgt von Ein-Eltern-Haushalten, die primär Alleinerzieherinnen betreffen, und alleinunterstützten Frauen. Von Mehr-Personen-Haushalten ohne Kinder werden kaum Leistungen aus der BMS bezogen (3%), aber auch Mehr-Personen-Haushalte mit Kindern weisen mit 8% eine unterdurchschnittliche Bezugsquote auf.

Zwischen 2012 und 2015 ist die Zahl der BMS-BezieherInnen sowohl nach Personen (von 145.000 auf 181.000 BMS-BezieherInnen) als auch entsprechend der Bezugsquote gestiegen (von 8% auf 10%). Besonders stark ist die Bezugsquote alleinunterstützter Männer mit + 6%-Punkten gestiegen. Bei alleinunterstützten Frauen und Ein-Eltern-Haushalten fällt der Anstieg mit +2%-Punkten geringer aus.

Gleichstellungsziel 3

Zugang zu Sozialleistungen für Frauen

Anmerkung 3

Bedarfsgemeinschaften decken sich weitgehend mit Haushalten; in einem Haushalt sind aber auch mehrere Bedarfsgemeinschaften möglich. So können beispielsweise eine 50-jährige Mutter und ihr 30-jähriger Sohn zwei Bedarfsgemeinschaften bilden.

Anmerkung 4

Die BMS-BezieherInnen werden hierin mit der Wohnbevölkerung nach Haushaltskonstellation in Beziehung gesetzt. Dabei können Verzerrungen auftreten, weil Bedarfsgemeinschaften nicht immer mit Haushaltskonstellationen übereinstimmen s. Fußnote 3.