I Wohnen und öffentlicher Raum

Indikator

I8

Sicherheitsempfinden

Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund

Gleichstellungsziel 2

Verbesserung der Nutzbarkeit des öffentlichen Raumes

Gleichstellungsziel 3

Berücksichtigung von Genderkriterien in der Stadtplanung

Wie im Wiener Gleichstellungsmonitors 2013 gezeigt wurde, weisen Frauen ein geringeres Sicherheitsempfinden als Männer auf. Besonders deutlich unterscheiden sich Frauen von Männern, was die Angst vor sexuellen Übergriffen und Belästigungen sowie vor Verfolgung in der unmittelbaren Wohnumgebung betrifft. Aufgrund der fehlenden Aktualisierung von SOWI II liegen keine aktuellen Daten zum Sicherheitsempfinden der Wienerinnen und Wiener vor.

Auf Basis der Daten des >Wiener Frauenbarometers (2015)können die Diskriminierungserfahrungen von Frauen mit Migrationshintergrund in Wien näher beleuchtet werden.

Diskriminierung findet an öffentlicheren Orten häufiger statt als im privaten Umfeld. Am häufigsten fühlen sich Wienerinnen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Raum diskriminiert; und zwar in öffentlichen Verkehrsmitteln mit 18%, beim Einkaufen mit 17% und in öffentlichen Grünanlagen mit 14%.

Wienerinnen mit Migrationshintergrund Drittstaat (51% geben an, an zumindest einem der Orte diskriminiert zu werden) berichten häufiger als Wienerinnen mit Migrationshintergrund EU-Staat (20%) von Diskriminierungserfahrungen. In besonders hohem Ausmaß sind Muslimas (75%) von Diskriminierungen an unterschiedlichen Orten betroffen. [Anm.5]

Jede zweite Wiener Muslima berichtet von Diskriminierungserfahrungen in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen, 44% sprechen von Diskriminierungserfahrungen in einer öffentlichen Grünanlage. Unter Wienerinnen mit Migrationshintergrund Drittstaat berichtet je rund ein Viertel von Diskriminierungen in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen sowie ein Fünftel von Diskriminierungen in öffentlichen Grünanlagen. Auf Wienerinnen mit Migrationshintergrund EU-Staat treffen Diskriminierungserfahrungen an den genannten Orten auf je weniger als ein Zehntel zu.

Gleichstellungsziel 2

Verbesserung der Nutzbarkeit des öffentlichen Raumes

Gleichstellungsziel 3

Berücksichtigung von Genderkriterien in der Stadtplanung

Anmerkung 5

Muslimas werden im Frauenbarometer 2015 als all jene Frauen definiert, die sich als dem Islam zugehörig deklarieren und die ihre Religion als sehr oder ziemlich wichtig bezeichnen. Weiter wird angenommen, dass diese Frauen überdurchschnittlich häufig Kopftuch tragen oder eine dunklere Hautfarbe aufweisen, was auf einen Zusammenhang zwischen der Sichtbarkeit des Migrationshintergrundes und besonders zahlreichen Diskriminierungserfahrungen schließen lässt.