K Gewalt

Indikator

K1

Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben und gegen die Freiheit

Gleichstellungsziel 2

Senken von Gewalt gegen Mädchen und Frauen

2015 wurden in Wien 54 Morde (§75), 15.248 Fälle von Körperverletzung (§§83–87), 4.401 Fälle von Gefährlicher Drohung (§107) und 496 Stalking-Fälle (§107a) zur Anzeige gebracht, weiters wurde 514 Mal das Delikt der Fortgesetzten Gewaltausübung (§107b) angezeigt.

Die betrachteten Delikte gegen Leib und Leben werden überwiegend von Männern ausgeübt (80% der Morde, 82% der Körperverletzungen und 89% der fortgesetzten Gewaltausübung werden durch Männer begangen). Auch unter den Opfern dieser Delikte befinden sich mehrheitlich Männer (75% der Mordopfer und 63% der Opfer von Körperverletzung). Während aber Frauen anteilsmäßig weniger stark als Männer von Morden und Körperverletzungen betroffen sind, sind sie in einem ähnlichen Ausmaß wie Männer Opfer von gefährlichen Drohungen (Frauenanteil 49%). Deutlich häufiger sind Frauen Opfer von Stalking (Frauenanteil 81%) und fortgesetzter Gewaltausübung (Frauenanteil 89%). Frauen sind somit in Summe nur zu maximal einem Fünftel TäterInnen bei diesen strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben und gegen die Freiheit, im Gegenzug stellen sie zu einem Großteil die Opfer dar. Bezüglich der Verurteilungen (die zumeist Delikte aus einem Vorjahr betreffen) wird deutlich, wie wenige Frauen verurteilt werden (Frauenanteil 1% bis 9%).

Von fortgesetzter Gewaltausübung sind 2015 insgesamt 489 Frauen und 59 Männer betroffen. Männer sind häufiger im frühen Kindesalter (2015: 32 Buben) von fortgesetzter Gewaltausübung betroffen, während die weiblichen Opfer am häufigsten zwischen 25 und 40 Jahren alt sind (185 Frauen). Beim Delikt der gefährlichen Drohung und bei Stalking gibt es kaum Unterschiede in der Altersstruktur der Betroffenen.

Bezüglich der Beziehung zwischen Opfern und TäterInnen ist zu sagen, dass 2015 etwas weniger Mordopfer (22% statt 29%) in familiärer Beziehung mit gemeinsamem Haushalt mit den TäterInnen stehen. Weitere 20% werden von Familienmitgliedern ohne gemeinsame Hausgemeinschaft ermordet. Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben werden 2015 in rund 19% der Fälle durch Familienmitglieder ausgeübt.

Insgesamt gab es 2015 15 Morde weniger als im Jahr 2012. Ebenso wurden 269 Körperverletzungen und 155 Stalking-Fälle weniger angezeigt. Gestiegen sind allerdings die Zahlen bei angezeigten gefährlichen Drohungen (plus 102 Fälle) und bei fortgesetzter Gewaltausübung (plus 100 Fälle).

Im Vergleich zum Jahr 2012 ist 2015 bei den Delikten Mord, gefährliche Drohung und fortgesetzte Gewaltausübung der relative Frauenanteil der Opfer gesunken. Es stieg jedoch der Anteil der Frauen, die von Stalking und besonders von Körperverletzung (von 20 % auf 37 %) betroffen waren. Insgesamt blieben Frauen mit 42 % genauso oft Opfer von Delikten gegen Leib und Leben und gegen die Freiheit wie 2012.

Gleichstellungsziel 2

Senken von Gewalt gegen Mädchen und Frauen

Anmerkung 1

Laut EU-SILC 2015 liegt die Armutsgefährdungsschwelle bei rund Euro 13.956 (netto) pro Jahr bzw. Euro 1.163,- pro Monat für einen Einpersonenhaushalt.