L Gesundheit

Indikator

L4

Essstörungen

Gleichstellungsziel 4

Infragestellung von Schönheitsnormen

Konkret zählen zu den Essstörungen Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge Eating Disorder. Der Indikator 4 bildet Fälle schwerer Essstörungen ab, die eine stationäre Behandlung erfordern. [Anm.1] Essstörungen betreffen überwiegend Mädchen und Frauen. Laut Spitalsentlassungsstatistik sind im Jahr 2015 361 Mädchen und Frauen sowie 49 Buben und Männer in stationärer Behandlung aufgrund von Essstörungen, obwohl von einer deutlich höheren Anzahl an Betroffenen auszugehen ist. Knapp 30% der Mädchen und Frauen in stationärer Behandlung und knapp 40% der Buben und Männer sind maximal 19 Jahre alt.

Eine Person kann mehrere stationäre Aufenthalte pro Jahr haben. 2012 wurden in Wiener Spitälern 723 Aufenthalte von Mädchen und Frauen und 121 Aufenthalte von Buben und Männern aufgrund von Essstörungen gezählt. D.h., auf eine weibliche Person mit Essstörungen entfallen im Schnitt 2,1 Aufenthalte; der Vergleichswert für Buben bzw. Männer liegt bei 2,5 Aufenthalten. 2015 sind es 635 Aufenthalte von Frauen und 65 von Männern, was im Schnitt 1,8 Aufenthalte pro Frau und 1,3 Aufenthalte pro Mann ergibt. Seit 2013 werden hier auch Aufenthalte in Privatkliniken erfasst (das sind 2013 neun Frauen und vier Männer und 2015 zehn Frauen und zwei Männer.) Kurzfristig kommt es bei diesen Werten zu geringen Schwankungen, längerfristig sind diese Zahlen konstant.

2012 waren 36 Männer und 350 Frauen aufgrund von Essstörungen in stationärer Behandlung, 2015 sind es 49 Männer und 361 Frauen (inklusive der Aufenthalte in Privatkrankenhäusern). Die Zahl der Aufenthalte ist ebenfalls für Frauen und Männer von 52 auf 65 bei Männern sowie von 609 auf 635 bei Frauen gestiegen. Im längeren Zeitvergleich der Jahre 2012 bis 2015 zeigt sich, dass die Verteilung von Frauen und Männern, die aufgrund von Essstörungen Krankenhausaufenthalte aufweisen, völlig gleichgeblieben ist (2012 waren es 88% Frauen und 12% Männer; 2013 ist der Frauenanteil auf 91% gestiegen, 2014 wieder auf 89% gesunken, und 2015 liegt er erneut bei 88%). Ähnliches gilt auch für die Aufenthalte. Hier waren es 2013 und 2014 jeweils 91% der Aufenthalte, die auf Frauen entfallen, 2015 sind es 93%.

Gleichstellungsziel 4

Infragestellung von Schönheitsnormen

Anmerkung 1

Damit werden nur die schwersten Fälle erfasst, da grundsätzlich eine ambulante Behandlung angestrebt wird (vgl. Wiener Initiative gegen Essstörungen 2011).